Knackpunkt
Kiefer

Kiefertherapie (CMD)

Craniofaziale Therapie und Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)

Das Kiefergelenk und die Kaumuskulatur sind Teil eines komplexen funktionellen Systems und stehen in engem Zusammenhang mit verschiedenen Strukturen im Kopf-, Nacken- und Schulterbereich. Aus diesem Grund erfolgt die Untersuchung und Behandlung im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtung der individuellen Beschwerdesituation.

Die craniofaziale Therapie umfasst spezielle physiotherapeutische und manuelle Behandlungstechniken, die bei funktionellen Beschwerden des Kausystems eingesetzt werden können. Ziel ist es, Beweglichkeit, Muskelspannung und funktionelle Zusammenhänge im Bereich von Kiefer, Kopf und Halswirbelsäule zu berücksichtigen und in ein individuelles Behandlungskonzept einzubeziehen.

Was ist eine Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)?

Der Begriff Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) beschreibt verschiedene Funktionsstörungen im Bereich des Kiefergelenks, der Kaumuskulatur und der beteiligten Strukturen. Typische Merkmale können unter anderem Schmerzen im Kieferbereich, Einschränkungen der Mundöffnung oder Gelenkgeräusche sein.

Die Ursachen von CMD-Beschwerden sind vielfältig und können von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Häufig wird von einem multifaktoriellen Geschehen ausgegangen, bei dem verschiedene körperliche, funktionelle und psychosoziale Faktoren zusammenwirken können.

Mögliche Beschwerden

Patienten mit Beschwerden im Bereich des Kausystems berichten unter anderem über:

  • Kiefergelenkbeschwerden
  • Einschränkungen der Mundöffnung
  • Knack- oder Reibegeräusche im Kiefergelenk
  • Zähneknirschen oder Zähnepressen
  • Beschwerden beim Kauen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindelbeschwerden
  • Nacken- und Schulterbeschwerden
  • Rückenschmerzen
  • Ohrbeschwerden ohne eindeutig erkennbare Ursache
  • Beschwerden im Gesichtsbereich

Die genannten Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben. Ob ein Zusammenhang mit einer Funktionsstörung des Kausystems besteht, kann nur im Rahmen einer individuellen Untersuchung beurteilt werden.

Mögliche Einflussfaktoren

Im Zusammenhang mit Beschwerden des Kausystems werden unter anderem folgende Faktoren diskutiert:

  • Verletzungen im Kopf-, Kiefer- oder Gesichtsbereich
  • Fehl- oder Überbelastungen des Kausystems
  • Zähneknirschen oder Zähnepressen
  • Körperhaltungs- und Bewegungsmuster
  • Stressbelastungen
  • Schlafstörungen
  • Zahnmedizinische oder kieferorthopädische Veränderungen
  • Individuelle anatomische Faktoren

Eine sorgfältige Befunderhebung bildet die Grundlage für die weitere therapeutische Planung.

Individuelle Behandlung

Jeder Mensch und jede Beschwerdesituation sind individuell. Daher erfolgt die Behandlung nach einer ausführlichen Anamnese und Untersuchung. Ziel ist es, ein auf die persönlichen Bedürfnisse und Therapieziele abgestimmtes Behandlungskonzept zu entwickeln.

Hinweis: Die Kiefertherapie (CMD-Therapie) dient der physiotherapeutischen und osteopathischen Begleitung von funktionellen Beschwerden im Bereich des Kausystems. Die wissenschaftliche Bewertung einzelner Zusammenhänge und Behandlungsansätze ist nicht für alle Beschwerdebilder abschließend geklärt. Die Behandlung ersetzt keine zahnärztliche, kieferorthopädische oder ärztliche Diagnostik und Therapie. Aussagen über eine garantierte Heilung, Linderung oder Verhütung von Erkrankungen sind hiermit nicht verbunden.